Renkenzupfen Teil 3

Freitag 6 Jun 12:56:07 UTC 2008 von Robert Huber
Robert HuberGERÄTEAUSSTATTUNG zum RENKENFISCHEN

In diesem Beitrag möchte ich euch über die richtige Wahl der Geräte und Hegenen für ein erfolgreiches Angeln auf Renken informieren.
Daß es sich hierbei ausschliesslich um meine persönlichen Erfahrungen handelt, brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Alle abgebildeten Geräte sind entweder von mir oder von unseren Gästen. Die dargestellten Bilder sind ausschließlich als Beispiel für die verschiedensten Geräte diverser Markenherstellern geführt.

RUTEN:

Ruten fürs Renkenzupfen
Hier kommen spezielle Zupfruten, die rein für das Hegenefischen entwickelt wurden zum Einsatz. Da hier mit Bleien von max.10 Gramm geangelt wird und man die Rute pausenlos in der Hand behält sind diese Ruten sehr leicht.

Gute Zupfruten haben ein Gewicht von max. 100 Gramm bei einer maximalen Länge von 2,7 Metern. Ich persönlich fische Ruten mit einer Länge von 2,4 – 2,7 Meter.

Vorteil: Geringes Rutengewicht, leichteres Führen der Renken und auch im Boot leichter zu benutzen.

Ruten für die Schwimmermontage
Hier werden in der Regel Ruten mit einer weichen Spitze und mit einer Aktion die sich bis gut zur Hälfte der Ruten bemerkbar macht, verwendet. Also eine All-Round Rute für den Einsatz vom Boot als auch vom Ufer aus.
Die weiche Spitzenaktion erlaubt es uns die Renkenflucht weich abzufedern und verhindert auch so das Ausschlitzen der Fische.

Ich selbst benutze hierzu eine meiner Zanderruten. Beachtet auch, daß das Wurfgewicht schon bis zu 40g betragen kann.

Ruten für die überbleite Montage
Hier werden Ruten mit sehr empfindlichen, am besten farbigen Spitze, zur besseren Bisserkennung verwendet. Üblicherweise sind sehr leichte und empfindliche Spinnruten, Zanderruten, oder spezielle Renkenruten in Längen um 3 Meter im Einsatz.

ROLLEN:

Naja, was soll ich dazu sagen. Hier hat wohl jeder seine persönlichen Präferenzen. Und trotzdem erleichtert die Abstimmung zwischen Rute und Rolle doch das Fischen erheblich.

Was hilft eine perfekte Hegenenrute wenn die Rolle hierzu nicht passt. Die Rollengröße und somit auch das Gewicht sollte besonders beim Renkenzupfen optimal zur Rute passen !

STATIONÄRROLLE
Vom Boot aus reichen egal bei welcher Methode 100 Meter Schnur der gleichen Stärke vollkommen aus. Das wichtigste Merkmal der Rolle ist jedoch die Bremse. Sie sollte sehr fein dosierbar sein und absolut ruckfrei anlaufen. Die Rollen mit solchen Merkmalen gehören zwar nicht zu den Sonderangeboten, aber sie zahlen sich über kurz, oder lang auf alle Fälle aus. Und nichts ist ärgerlicher, als einen schönen Fisch wegen einer hakenden Bremse zu verlieren.



LAUFROLLE spezielle Rolle zum Renkenzupfen
Diese Rollen sind für das Renkenfischen mit der Heberute konzipiert worden. Diese Präzisionsrollen werden aus Spezialaluminium gefertigt. Die Vorteile gegenüber noch so hochwertigen Stationärrollen liegen im Detail.

Vorteile der Laufrolle: – kein Schnurdrall – runder und sehr leichter Lauf – kein Verdrehen der Hegene – sehr leicht ca.140 Gramm – direkter Kontakt zum Köder und Fisch – und als Bremse wird der Finger benutzt.

SCHWIMMER:

Hier wird mit einer großen Pose mit ca.20 – 40 Gramm Tragkraft gefischt. Es ist wichtig, daß das Blei am Boden aufliegt und die Pose noch steht (schräg). Die Pose brauchen wir zur optimalen Präsentation unser Hegene, wenn wir mit der Schwimmermontage fischen.

Die Tiefe muß dabei so eingestellt werden, dass sich das Blei auf den Gewässergrund befindet. Durch das genaue Einstellen der Tiefe werden dann die Oberflächenbewegungen des Schwimmers auf die Hegene übertragen, die dann so die Nymphen zum erwünschten Hüpfen bringen.

Details zu den einzelnen Montagen gibts im nächsten Beitrag.

HEGENEN:

Unter einer Hegene (in Teilen der Schweiz auch Gambe genannt) versteht man grundsätzlich ein Vorfach mit mehreren kurzen Seitenarmen (Springer), an denen der Köder befestigt ist. Diese Montage (siehe Skizze) wird von einem Gewicht am Ende in die Tiefe gezogen.

Im Fuschlsee darf eine Hegene max. fünf Springer haben. Der Abstand dieser Seitenzweige variiert zwischen etwa 20 und 50 cm in Abhängigkeit des Tiefenbereichs, den man mit seinen Ködern abdecken möchte.

Ein besonderer Vorteil der Hegene liegt darin, dass man damit verschiedene Tiefen relativ rasch und effektiv abfischen kann. Vor allem, wenn sich die Fische im Freiwasser (in der «Schweb») bewegen, läßt sie sich so erfolgversprechender Suchen und Fangen. Zudem kann man verschiedene Farben und Muster ausprobieren.

Eine interessante Möglichkeit wäre es, die Hegene mit verschiedenen Nymphengrössen zu binden. Es müßte damit herauszufinden sein, welche Hakengröße am besten fängt. Ob das etwas bringt weis ich nicht. Ich werde es heuer auf alle Fälle ausprobieren.

Als Faustregel sollte die Hegene jedenfalls nie länger als die verwendete Rute sein, da man sonst seine Probleme beim Keschern der Fische hat.

DIE SCHNUR:

Monfile Schnur oder geflochtene Schnur ? Das ist hier die Frage.
Kurz und schmerzlos, meine Antwort : Ich verwende eine normale, handelsübliche monofile Schnur, mit nicht zu großer Dehnung.
Und warum ? Ganz einfach : Weil ich zufrieden bin.

Argumente, daß die fehlende Dehnung der geflochtenen Schnur der Grund für das Auschlitzen bereits gehakter Fische ist oder die Angst des Fischers den Anhieb mit monofiler Schnur auf ca 20 bis 25 Meter Tiefe beim Zupffischen zu versemmeln, können zwar alle stimmen, aber mit irgendeiner Schnur müssen wir ja angeln.

Ob die Farbe der Hauptschnur wichtig ist, kann ich kaum beurteilen. Tatsache ist auf alle Fälle, daß sich die Nymphen ja nicht an der Hauptschnur befinden.

Ob Fische Farben erkennen können, oder nur Schattierungen in Abhängigkeit der Tiefe, Tageszeit und Lichtdurchlässigkeit des Gewässers, darüber kann ich nur spekulieren.

Aber daß Fische etwas sehen ist wohl außer Streit. Und ob Sie nun eine rote Nymphe in hellgrau, die Schnur in dunkelgrau oder wie auch immer sehen ist mir eigentlich egal. Man muß nur herausfinden, auf was die Fische am Besten beissen.


DER KESCHER:

Über den Kescher macht man sich als Renkenfischerneuling leider viel zu wenig Gedanken.

Ihr werdet euch aber spätestens dann darüber den Kopf zerbrechen, wenn die komplette Hegene sich im Kescher verheddert hat. Ich kann euch nur sagen, das Gefummel bis das Blei und die Nymphen aus dem Netz gedröselt sind, ist grausam.


Deshalb fischen fast alle erfahrenen Hegenenfischer mit einem Kescher der mit einem monofilen Netz ausgestattet ist ! Also unbedingt besorgen. Sonst wird das Renkenfischen zur Nervenprobe.!

Das nächstemal mehr zu FANGTECHNIK und MONTAGE


Weitere Berichte:

  1. Renkenzupfen Teil 4
  2. Renkenzupfen Teil 2
  3. Renkenzupfen Teil 1

1 Nachricht für “Renkenzupfen Teil 3”

  1. Alex

    Hallo
    Sehr interessanter Artikel, ist zwar schön etwas älter aber trotzdem!
    Gruss

Hier kannst du eine Nachricht hinterlassen


Warum die Frage - Why ask? Dies bestaetigt uns, dass Sie kein Computer sind !
This confirms you are a human user!